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Mittwoch, 28. März 2018
3,5 Millionen Arbeitslose zu 750.000 Offene Stellen
Quelle Video: https://www.youtube.com/watch?v=6VyNLS7X9BM
Mal wieder ein hervorragender Beitrag von Wolfgang Brehm und auch die Kommentare unter dem YouTube Video sind nicht ohne!
Da fragt man sich in diesem Zusammenhang wie viele Hartz 4 Bezieher inzwischen reine Protest-Bezieher sind, weil es ihnen trotz der
Unannehmlichkeiten die so ein Hartz 4 Bezug unweigerlich mit sich bringt, damit x-mal besser geht, als würden sie sich dem heutigen Arbeitsmarkt und dem heutigen System zum Fraß vorwerfen ?
Was um alles in der Welt soll Menschen heutzutage dazu bewegen um die 40Std. in der Woche für "round about" 1000-1200€ Netto
mallochen zu gehen?
Dies unter zunehmend haarsträubenden Arbeitsbedingungen. Diese Menschen haben davon weder jetzt auch nur einen Euro mehr in der Tasche, noch später bei der Rente bzw. Grundsicherung. Der einzige Unterschied wäre, daß sie mit ihrer Malloche aktiv prekäre Arbeitsverhältnisse fördern, Politiker bezuschussen die an ihnen selbst den Genozid üben & unsere "Gäste" bezuschussen. Das derzeitige System "hat fertig", das pfeifen mittlerweile die Spatzen von den Dächern (was lange genug gedauert hat). Da noch Zeit und Lebensenergie rein zu stecken ist wahrlich der ungünstigste Weg den man wählen kann.
Montag, 29. Mai 2017
Manfred Meier wurde letztlich vom System aufs Totenbett gebracht. Ein Nachruf
Beitrag geteilt von Heinrich Zille
Die Mauertoten an der DDR-Staatsgrenze zur BRD zählte man. Keine Frage: Jede/r Tote ist eines/r zu viel. Manfred Meier ist tot. Erst heute zu lesen auf Facebook. „Manni“ ist bereits am 12. Mai im Marienhospital zu Herne seinem Leid erlegen. Das Leben hatte ihm übel mitgespielt. Das Leben? Kaltland! Ein Schock für mich. Ich lernte den kämpferischen Zeitgenossen vor Jahren am Rande einer Veranstaltung mit Inge Hannemann in Wanne-Eickel kennen.
Die Agenda 2010 hat den Mann auf dem Gewissen. Könnte man sagen. Freilich juristisch wäre das nicht zu beweisen. Weshalb ich schreibe: die Umstände haben ihn auf den Gewissen. Gewissen? Der Neoliberalismus hat kein Gewissen. Jedoch könnte gesagt werden: Das einst von Rot-Grün installierte Agenda-System – in vorderster Linie Hartz IV – machte Manfred Meier krank. Und letztlich erschlug es ihn im übertragenen Sinne. Kalte Bürokraten wollten nicht hinnehmen, dass Meier sich gegen das System wehrte. Aber das tat er. Sicher nicht immer mit legalen Mitteln. Etwa dokumentierte Meier in Wort und Bild auf Video wie man mit ihn amtlicherseits umsprang. Das brachte ihm die Kriminalpolizei ins Haus. Später musste er sogar ins Gefängnis. Den Ämtern bis hin zum sozialdemokratischen Bürgermeister mochte er als Querulant gelten. Dabei wollte Manni nur das, was in seinen Augen Unrecht war, nicht wehrlos hinnehmen. Nun hat er seinen Kampf verloren. Er ruhe sanft.
Ach ja: Zählt eigentlich jemand die Agenda 2010-Opfer? Jede/r ist eines zu viel.
Und weiter:Mannis Leid (geschrieben seinerzeit von mir in der Freitag)
(…) „Manni“ Meier bewohnt eine vom Jobcenter Herne bewilligte Dachwohnung. Selbige ist schlecht isoliert. Sie besteht nur aus Außenwänden. Die Wohnung darunter ist nicht belegt. Im Winter eine Eishöhle, herrschen sommers Saunatemperaturen. Die Wohnung hat eine Gasetagenheizung. Die Heizung benötigt eine Umlaufpumpe, die mit Elektronenergie läuft. Das bedeutet quasi ständigen Stromverbrauch. Zulasten des Mieters. Die daraus resultierenden Stromkosten soll Mieter Meier nach Aussage des Jobcenters selbst berappen. (…)
Sogar eine Petition mit Titel „Gerechtigkeit für Manni Leid“ wurde eingereicht. Sie blieb erfolglos.„Manni“ kämpft auch unterm Riesenrad auf der Cranger Kirmes
(…) „Wer nicht kämpft, heißt es, hat schon verloren. „Manni“ Meier bleibt am Ball. Am Samstag fand der traditionelle Festumzug zur Eröffnung der Cranger Kirmes statt. Meier hatte sich schon früh einen Platz gegenüber der Stelle gesichert, wo der Herner Oberbürgermeister Horst Schiereck (Vorstandsmitglied bei den Stadtwerken Herne) stehen würde. Schiereck dürfte es nicht gefallen haben, dass er Meiers Plakat vor die Nase gehalten bekam. Am gestrigen Sonntag dann informierte Manfred Meier Interessierte auf der Cranger Kirmis über seinen Fall. Zu dem traditionellen Volksfest strömen Tausende Menschen täglich. Nach eignen Angaben wurde „Manni“ Meier zahlreiche seiner Informationsflyer dort los.“ (…)
Die Todesnachricht (verfasst von einem Freund Mannis auf Facebook)
„Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe leider eine sehr traurige Nachricht zu übermitteln. Auch mir, fällt dieser Moment sehr schwer. Als sehr guter Freund von Manfred Meier, sitzt der Schock noch so tief, das ich erst heute darüber schreiben kann.
Manfred Meier ist am 12.Mai. 2017 im Marienhospital Herne verstorben. Bis zuletzt hat Manfred Meier unter sehr starken Schmerzen gelitten. Seine Herzleistung betrug zum Schluss nur noch 10 %. Er wolle nicht von Medikamenten abhängig sein und wollte sich auch von den behandeln Ärzten nicht weiter helfen lassen.
Ich habe ihn vor drei Wochen das letzte Mal gesehen. Ich habe ihn mit meiner Frau besucht. Das es
der letzte Besuch sein wird, hatte ich nicht erwartet. Manfred Meier war für mich immer ein Mensch, der alles gegeben hat. Immer gekämpft hat.
Als Meier 411 Tage kein Warmwasser und kein Strom hatte, weil das Jobcenter der Stadtwerke Herne rechtswidrig zu wenig gezahlt haben, wurde Meier krank. Erst fünf Tage vor der Gerichtsverhandlung haben die Stadtwerke ihm alles wieder aufgesperrt, damit er vor Gericht kein Anwendungsgrund mehr hatte. Diese Zeit hat Manfred sehr mitgenommen. Ich habe es schließlich miterlebt.
Sodann hat er Ende Dezember kurz vor der nächsten Verhandlung mehrere Schlaganfälle erlitten. Ich hatte ihn noch rechtzeitig in der Wohnung gefunden und konnte den Notarzt alarmieren.
Schließlich hat ihn die Haftzeit sehr mitgenommen und ihn noch kränker gemacht.
Am Ende hat es alles nichts geholfen. Manfred wollte von sich aus keine Hilfe annehmen. Er wollte nie abhängig sein von irgendjemand. Nun ist er von uns gegangen. In stiller Trauer Gedenke ich ein Kämpfer, an dem der Kampf mit Hartz 4 maßgeblich an seinem Tot mitgewirkt hat.
Du wirst immer in unseren Herzen bleiben.
In stiller Trauer
Abdallah
P.S.
Wer fragen hat kann mich gerne kontaktieren
Abdallah-Mohammed Geretzky“ (Tippfehler von mir korrigiert, d. Autor)
Heinrich Zille schrieb: „Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt.“
Mit Verlaub: Ich wandle ab, auf Manfred Meier und viele vom System „Foltern“ und Fördern Betroffene bezogen: Man kann mit einem kaltherzigen System einen Menschen genau so töten wie mit einer Axt.“
Quelle und Geteilt von https://clausstille.com/2017/05/29/manfred-meier-wurde-letztlich-vom-system-aufs-totenbett-gebracht-ein-nachruf/
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